Motivation für Berufsschule und Job – besser früh als spät

Regensburg, den 26. Januar 2019

Ich bin seit September 2017 bei TELIS als Auszubildender Fachinformatiker für Systemintegration tätig. Wir betreuen und integrieren die Server-Systeme, z.B. E-Mail- oder Druckerserver, sind für die Hardware, wie beispielsweise Drucker, Computer, Telefone, usw. zuständig, unterstützen sowohl den Innen- als auch den Außendienst mit technischem Wissen am Telefon, mit Hilfe von Fernwartung am PC oder auch hier vor Ort. Außerdem kümmern wir uns hier im Haus um Bereiche wie das Netzwerk, die Softwareverteilung, die Datenspeicherbereitstellung und -sicherung, die Seminartechnik, den Gebäudezutritt und die Videoüberwachung. Besonders gut gefällt mir, dass die Arbeit so abwechslungsreich ist, wodurch man immer wieder neues Wissen erlangt und sein bereits erworbenes Wissen oftmals anwenden kann.

Als Azubi muss man natürlich auch die Berufsschule besuchen, die Fachinformatiker machen das in Form des Blockunterrichts. Das heißt, man geht drei Wochen zur Schule und anschließend beispielsweise sechs Wochen zur Arbeit, anstatt einmal wöchentlich den Unterricht zu besuchen. Wie ich persönlich finde, ist diese Art der Berufsschule wesentlich angenehmer, da man sich viel besser auf den Unterricht konzentrieren kann. Bei mir war es immer so, dass ich zwischen 12:45 und 16:00 Feierabend hatte, somit hat man genügend Zeit, um sich in Ruhe auf die nächsten Schulaufgaben oder Exen vorzubereiten.

Am Anfang meiner Ausbildung, also in der 10. Klasse der Berufsschule, hatte ich diese Vorbereitung noch komplett vernachlässigt. Ich kam vom Gymnasium auf die Hauptschule in den M-Zug, hatte dann meine Mittlere Reife gut abgeschlossen als meine Freunde ihr Abitur bekamen. Als ich dann mit der Ausbildung anfing, fehlte mir die Motivation für fast alles, was damit zu tun hatte. Die Abiturienten konnten Ihre Auszeit nehmen, durch die Welt reisen oder mit Nebenjobs ihr Geld verdienen, ich musste jeden Tag acht Stunden arbeiten und insgesamt zwei Stunden Bus fahren. Somit war ich täglich 10 Stunden unterwegs, “nur” um zu Arbeiten. Hatte ich dann mal Schule, genoss ich es, dass ich früher aus hatte und lernte auch in dieser Zeit nicht. Dementsprechend schlecht waren dann meine Noten im ersten Lehrjahr, dementsprechend verärgert war sowohl mein Chef als auch mein Personalchef, dementsprechend noch unmotivierter wurde ich.

Allerdings gab es einen Punkt an dem ich verstehen musste, dass ich selbst diesen Weg gewählt hatte und ich mich auch selbst für die Ausbildung entschieden hab. Ich fing an, immer mehr zu begreifen, dass ich diese Ausbildung gut abschließen sollte, um zukünftig bessere Chancen bei möglichen Bewerbungen und somit auch eine größere Auswahl an Jobs und eine gute Verhandlungsbasis zu haben. Meine Motivation stieg an, was sich auch in meinen Noten wiederspiegelte. In der 11. Klasse steigerte ich mich im Vergleich zum Vorjahr um 1-2 Noten und jetzt in der 12. Klasse habe ich aktuell einen Einser- Schnitt. Jetzt, da es zu den Vorbereitungen für die Abschlussprüfung kommt, bereue ich natürlich umso mehr meine fehlende Motivation und mein fehlendes Wissen aus dem ersten Ausbildungsjahr, welches ich nun erst mühsam nachlernen muss.

Bestenfalls hätte ich schon früher verstanden, dass ich, genau wie jeder “normale” Mensch irgendwann mal arbeiten muss. Dann hätte ich mich dem Ganzen vermutlich nicht so verweigert, sondern hätte, sondern hätte die Zeit - egal, ob in der Arbeit oder in der Schule - besser genutzt.